Spaziergang in Mousty
Bitte benutzen Sie diesen Rundweg als Verbindung zwischen den Weilern, gut ausgestattet mit festen Schuhen oder Stiefeln.
1. Kirche von Mousty
Die Kirche von Mousty wurde 1952 unter Denkmalschutz gestellt und bietet drei Eigenheiten. Die erste ist der einem Kloster ähnliche Bauplan, die zweite ist die unter dem Chorraum liegende Krypta, ein Ort zur Heiligenverehrung für Pilger und Kranke, die dritte Eigenheit ist die „Natur“: im Sommer beherbergt der Dachstuhl der Kirche eine Langohr-Kolonie. Diese kleinen Fledermäuse haben Ohren, die fast genauso lang wie ihr Körper sind. Im Winter verlassen die Langohren diesen Ort und lassen sich zum Schutz vor Frost in unterirdischen Hohlräumen nieder.
2. Die Mégisserie (Weißgerbebetrieb)
Früher war der Weißgerbebetrieb ein wichtiger Industriestandort und diente mehrere Jahre als Lager für den Service communal des Travaux-Environnement (Kommunalorganisation für Umweltarbeiten).Der Standort ist heute in einem Europäischen Projekt eingebunden, das den Ort im Rahmen der zukünftigen Entwicklung von Ottignies-Louvain-la-Neuve strukturieren soll. Das Projekt plant die Aufwertung hinsichtlich Erbe und Natur dieses Standortes in der Nähe der Dyle.
3. Champ d’Enfer
Direkt nach dem Place du Centenaire mit seinen japanischen Kirschbäumen biegt man links in die Rue du Champ d’Enfer ein, die schnell zu einem Fußgängerweg wird. Der enge Verlauf der Straße ist auf die Erosion zurückzuführen, die von Transportmitteln und Regen verursacht wurde. Die Vegetation befestigt die Hänge, aber sie ist fragil: es wird zu viel darauf herumgetrampelt, wodurch sie kaputt geht – somit wird die Erosion durch Regen und herunterfließenden Schlamm gefördert. Dieser Hohlweg ist ein Miniaturwald. Er spielt eine wesentliche Rolle in der ökologischen Vernetzung und dient als Verbindung zwischen verschiedenen bewaldeten Gebieten des Gemeindegebiets.
4. Sandgruben
Vor der Ankunft auf dem Plateau wird der Sand auf beiden Seiten des Weges abgebaut. Rechts ist der Steinbruch vollständig bedeckt. Links ist er noch sichtbar und wird nach und nach aufgefüllt.
5. Das Plateau
Auf dem Plateau hat man einen freien Blick auf die Landschaft. Großangelegte Anbauflächen sind zu sehen und Hase, Lerche und Rebhuhn sind hier zu Hause. In der anderen Richtung gen Osten hat man einen schönen Ausblick auf das Tal. In der Ferne ist das Wasserschloss von Blocry zu erkennen.
Das Plateau wird von zwei Hochspannungsleitungen durchzogen, die durch ihre Lage auf einem Bergkamm deutlich sichtbar sind. Vor einigen Jahren stellte der ASBL Noctua (gemeinnütziger Naturschutzverein) einen Nistkasten für Turmfalken auf. Heute sind im Rahmen der Zusammenarbeit mit Elia (dem Übertragungsnetzbetreiber) elf Nistkästen auf der Hochspannungsleitung Corbais-Céroux angebracht. Während der Brutzeit (März-April) sind alle Nistkästen besetzt.
6. Weg Nr. 24
An der Kreuzung beginnt der Weg Nr. 24, der kürzlich von der Gemeinde im Rahmen der Initiative des Plan Communal de Développement de la Nature, PCDN (Kommunalplan zur Naturentwicklung) wieder geöffnet wurde. Am Anfang steht auf dem Hohlweg ein schönes Überbleibsel einer Hecke, die dem einen oder anderen prächtigen Hagedorn Schutz bietet. Dieser Ort bietet Lebensraum und Schutz für viele Tiere: Igel, insektenfressende Vögel etc. Nach 100 Metern an der Hecke entlang geht es querfeldein weiter. Im Süden kann man bei freier Sicht und mit Hilfe von einem Fernglas die Windkraftanlagen von Sombreffe sehen.
7. Brachfeld
Seit einigen Jahren ist das Brachfeld (Stopp der absatzfähigen Produktion) wieder in der Landwirtschaft aufgetaucht. Dies kann spontan oder per Aussaat angelegt werden. Für die Natur bietet dies verschiedene Vorteile: die Tiere werden wenig gestört und sind etwas geschützter, da es nur wenige genehmigte Interventionen gibt. Dies gilt als wichtiger Gewinn für die Landschaft.
8. Chapelle de la Croix Thomas
Bevor man auf dem Weg Padri Céroux weitergeht geht es an der Chapelle de la Croix Thomas vorbei, neben der eine Linde gepflanzt wurde. Eine Volksweisheit besagt, dass hier ein Gewitter losbrach. Dieses Phänomen wird dadurch erklärt, dass der Wind aus dem Tal aufsteigt. Wenn dieser in die gleiche Richtung wie das Gewitter weht, dann heißt es: Vorsicht vor Überschwemmungen im Tal, denn die Rues du Culot, die Rue du Champ d’Enfer und die Rue de la Vallée lassen das ganze Wasser zu einem einzigen Ablauf fließen.
9. Brunnenwasserfassung
DieFassung des Puits, der 1984 in 132 Meter Tiefe gebohrt wurde, speist einen Teil der Bewohner von Ottignies. Zwischen 1984 und 2001 stieg die Nitrat- und Herbizidkonzentration an, überstieg aber nie die genehmigten Werte. Heute fasst man 6 m³/h und es werden Gemische mit den Gewässern von Sauvagemont angefertigt, um den Trinkbarkeitsnormen vor der Wasserverteilung zu entsprechen. 2003 wurden Präventionszonen (nah und entfernt) bestimmt, um in diesem Bereich die Aktivitäten zu reglementieren.
10. Der Weiler Puits
Dieser Weiler war die Wiege von Céroux. Der Name stammt von den Brunnen, die neben der Chapelle Sainte-Catherine gebohrt wurden. Auf der linken Seite steht ein schöner Bauernhof aus Backsteinen, der im 19. Jahrhundert von der Familie Rauscent gebaut wurde und identisch zu dem von der gleichen Familie gebauten Bauernhof in Pinchart ist. Hinter dem Bauernhof auf dem Grasland sieht man einen schönen unter Naturschutz stehenden Kastanienbaum. Dieses Grasland-Gebiet wird von mehreren Steinkauz- und Schleiereulenpärchen bewohnt.
11. In Richtung Bon Air
Jetzt geht es entweder auf dem Weg Nr. 22 über die Felder weiter oder bis ans Ende von Puits, bevor man nach rechts abbiegt. Von dort aus kann man erneut einen sehr schönen Blick auf Ottignies und die Klinik Saint-Pierre genießen.
12. Briqueterie (Ziegelei)
Von der alten Ziegelei stehen heute nur noch einige Mauerreste. Die „Géants“ (Riesen) des Viertels - Jean-Joseph und Charlotte, Ziegelarbeiter im Viertel Bon Air – zeigen sich bei verschiedenen Volksfesten.
13. Rue de la Briqueterie
Diese Straße wurde vor kurzem im Rahmen des Fahrradwege-Ausbaus zur Verbindung von Mousty und Petit Ry betoniert.
14. Rue du Cimetière
Dies ist ein alter Wald-Hohlweg. Die dominanten Baumarten sind Eiche, Esche und Bergahorn. Der Boden ist mit einem Teppich aus Erdefeu bedeckt. Man findet auch typische Unterholzblumen wie die Nelkenwurz, das Ruprechtskraut aus der Familie der Storchschnabelgewächse und die Echte Brombeere.
Man erreicht die Kirche von Mousty mit dem rechts gelegenen Weg Nr. 4 und dann geradeaus mit der Rue de la Briqueterie und der Rue du Cimetière.