Spaziergang im Bois des Rêves


1. Rue de Morimont

Der Ausgangspunkt dieses Spazierweges führt am Bois des Rêves entlang, der hier nicht mehr beschrieben werden muss. Die schöne Hecke am Waldrand ist mit verschiedenen Baumarten bepflanzt. Die gestaffelte Blütezeit der Felsenbirne, des Kirschbaums und des Weißdorns erfreut das Auge von April bis Juni. Links sind vier sehr schöne Eichen zu sehen, die es bestimmt verdient hätten, unter Naturschutz gestellt zu werden.

2. Lagunage du Ry Angon

Am Waldeingang geht eine kleine Brücke über den Bach „Ry Angon". Links sind vier Becken zu sehen, die für die Wasserreinigung per Abwasserteich benutzt wurden. Sie wurden vor ungefähr 15 Jahren von der Provinzverwaltung aufgestellt und sind mittlerweile vollständig verschlammt. Ein aktuelles Projekt hat zum Ziel, diese Anlage mit erzieherischem und „reinigendem“ Hintergrund erneut zum Laufen zu bringen. Ein neues Wegesystem wurde gestaltet. Ein erstes Becken wird zur Klärung benutzt werden. Die anderen – in denen spezifische Anpflanzungen vorgenommen werden – sollen paarweise funktionieren. Der nur selten in der Wallonnie vorkommende Eisvogel wurde vor etwas mehr als fünfzehn Jahren im Wald gesichtet. Die derzeit stattfindenden Arbeiten an der Klärstation dürften zur Förderung seines Brutgebietes führen.

Etwas weiter entfernt, auf der linken Seite, sieht man den Brou (aus dem Wallonischen „Broetia“  - Sumpfloch). Dieser Ort liegt in einem Feuchtgebiet und verdient besondere Aufmerksamkeit.

Es geht weiter den Buchenwald hinauf, an einigen imposanten Grundstücken vorbei.

3. Von der Rue de l'Élevage zur Rue de Mont-St-Guibert

Oben auf dem Chemin de Morimont muss man den Markierungen auf der Karte folgen, um zur Rue de l'Élevage in Richtung Home des Clairs Vallons zu gelangen. Die letzten paar Hundert Meter bis zum Pferdehof sind die „am wenigsten fußgängerfreundlichsten“ der Route (Achtung-Autos!). Die Hänge sind von Ginster bewachsen: ideal für Hase, Heckenbraunelle, Mönchsgrasmücke etc. Von den Clairs Vallons aus sieht man die neuen Straßensysteme des zukünftigen Viertels „Bruyères VIII". Links befindet sich das Viertel „Bruyères VII", welches um den See herum gebaut ist.

4. Rund um den Pferdehof von Bruyères

Etwas unterhalb der alten Gebäude des Hofs wurde von der Universität ein Obstgarten mit alten Sorten angepflanzt. Die Bäume sind trotz Schutzmaßnahmen schwer vor Pferden und Eseln zu schützen.

5. Seeaufwärts

Ein Gebiet von 60 Ar wurde durch eine Abzäunung für den öffentlichen Zugang gesperrt. Zur größtmöglichen Förderung von Wildwuchs wurden hier drei Konzepte eingebracht: neue Anpflanzungen von Weiden und Erlen, spätes Ausmähen sowie die Erschaffung von Tümpeln. Der erste Tümpel dient als Gewitterbecken für die Abflußwässer der RN 238. Die vier anderen mit Gelber Schwertlilie und Schilf etc. bepflanzten Becken dienen der Reinigung des Wassers aus dem Gewitterbecken. Einige Ginsterpflanzen sind hier zu sehen. Dieser Busch aus der Familie der Hülsenfrüchte, wie Bohnen oder Erbsen, hat schwarze Hülsen, die in der Sonne aufbrechen.

6. Der See

Louvain-la-Neuve verfügt über ein doppeltes Wasserablaufsystem. Während die Abwässer zum Klärwerk von Wavre geleitet werden, wird das Regenwasser zum See geleitet. Dieser wurde künstlich im Talgrund von Malaise angelegt und dient als Gewitterbecken für die Oberflächenwasser der verschiedenen Täler (Lauzelle, Hocaille, Bruyères). Er liegt leicht schräg und die in der Mitte gelegene Insel sowie die bewachsenen Seeufer machen ihn zu einem idealen Refugium für eine Vielzahl von Vogelarten. Seit mehreren Jahren lassen sich dort Haubentaucher zum Nisten nieder.

7.Scavée du Point du Jour

Eine prächtige Eiche, die es verdient hätte, unter Naturschutz gestellt zu werden, wacht über das kleine weiße Haus, von dem aus man in die alte Scavée hereingeht (im Laufe der letzten Jahre stark beschädigt worden, hauptsächlich in Folge der Urbanisationsarbeiten). Die Stadt und die UCL haben sich vorgenommen, den Charme dieses kleinen hübschen Weges zu erhalten. Kürzlich erfolgten neue Anpflanzungen (Eiche, Weißbuche, Weißdorn und Holunder).
Nach ungefähr 300 Metern geht es links in die Rue du Rondia, unter einem Gebäude hindurch.


8. Jardin des Rondes Bosses

Unter einem zweiten überdachten Durchgang verlässt man die Rue du Rondia. Jetzt kann man den Jardin des Rondes Bosses in Richtung Chemin du Fil à Plomb durchqueren. Dieses Kinderparadies des Viertels wird von einem besonderen Rosengewächs gesäumt: die PRUNUS SUBHIRTELLA „AUTUMNALIS ROSEA" blüht im Herbst und im Frühjahr.

Danach geht es durch den kleinen Bois de la Palette. Diese Grünfläche von ungefähr 60 Ar trennt das alte Viertel von Bruyères – ein eher studentisches Viertel – vom neuen Viertel. Hier geht es wieder zum See. Man kommt wieder auf den Sentier de la Rêverie du Promeneur Solitaire. An der Aula Magna geht es vorbei und anschließend in den Ortsteil Hocaille. Jetzt geht man an der Kirche und den im Tal stehenden Gebäuden weiter.

9. Aussicht auf Bruyères

Die 2. Passage unter dem Boulevard André Oleffe führt zu dem kleinen Weg, der in den Ortsteil Hocaille herunterführt. Hier kann man einen letzten Blick auf das neue Viertel von Bruyères werfen. Man sieht eine aus einer im Chinesischen Meer gefundenen Kampferbaumwurzel geschnitzte Skulptur (von SOFU TESTHIGAHARA).

10. Feuchtgebiet entlang der Rue de la Malaise

Unter der Brücke der RN 238 geht es weiter in die Rue de la Malaise. Bevor es in den Wald geht sieht man auf der linken Seite eine Seggenwiese. Diese ist teilweise von Beinwell, Wiesenkerbel und Ackerwinde etc. bewachsen.

11. Feuchtgebiete der Malaise

Man bleibt auf dem Hauptweg, der entlang der Malaise bis zum Teich des Bois des Rêves führt (Achtung: Fußgänger dürfen den Reitern vorbehaltenen benachbarten Weg nicht benutzen). Dieses Feuchtgebiet besteht hauptsächlich aus Erlen und Eschen, Haselnusssträuchern und Ebereschen und bietet als sehr natürlich gebliebenes Gebiet  etwas Kühle. Rehe werden hier in der Nähe regelmäßig gesichtet. Sie sind aufgrund des fließenden Gewässers, das nicht zufriert, hauptsächlich im Winter zu sehen.


Botanischer Garten

Vom Bois de la Palette geht man weiter in Richtung Botanischer Garten. Hinter der Ferme du Biéreau, deren Restaurationsarbeiten 2005 abgeschlossen wurden, hat dieses Gebiet während der Gründung von Louvain-la-Neuve als Baumschule gedient. Es lag lange verlassen da und hat eine richtige Verjüngungskur durchgemacht, um zum Freiluft-Konzertsaal umgebaut zu werden. Besondere Baumarten sind aufgewertet worden, wie zum Beispiel die Libanon-Zeder, die der Botschafter von Libanon der ULC geschenkt hat, und eine METASEQUOIA.

Setzen Sie sich auf die kreisförmig angeordneten Steine, die den Rasen zieren und schauen Sie sich die imposante Pappel an, die wahrscheinlich Mitte des 18. Jahrhunderts an den Tümpelrand gepflanzt wurde. Der Hof und das 110 ha große Grundstück mit Wald waren bis 1789 im Besitz der Abtei von Florival.